Nachhaltige Verkehrswegebau-Planung
21. Mai 2019
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Alles rund um die Funktionsweise von Flüsterasphalt

Mit immer mehr Fahrzeugen, die auf den Straßen der Welt unterwegs sind, steigt nicht nur der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid, sondern auch der Geräuschpegel. Statistiken zufolge sind etwa zehn Millionen Menschen in ganz Deutschland von Straßenlärm betroffen, weil ihr Wohnhaus direkt an einer viel befahrenen Straße liegt. Immer leisere Motoren wirken der Lärmbelästigung bereits entgegen, aber auch der Straßenbelag spielt diesbezüglich eine wesentliche Rolle. Der sogenannte Flüsterasphalt dient daher dem Zweck, Rollgeräusche effektiv zu dämpfen. Wir von der Max Wiede GmbH in Hamburg helfen Ihnen dabei, den Lärm, der durch den Straßenverkehr entsteht, zu minimieren. Wie uns dies gelingt, erfahren Sie nachfolgend.

Aufbau und Nutzen des offenporigen Asphalts

Auf deutschen Autobahnen herrscht im Schnitt eine Geräuschkulisse von 80 Dezibel. Dies entspricht etwa dem Lärm in einer Disco. Bereits vor mehreren Jahrzehnten, als das Pkw-Aufkommen noch gar nicht so hoch war, erkannte man, dass ein schalldämpfender Straßenbelag einen praktischen Nutzen für die Allgemeinheit hätte. Straßenbauer experimentierten in der Folge sowohl mit Beton als auch mit Asphalt, um eine Struktur zu erzeugen, die eine Geräuschreduktion ermöglichen würde. Während Beton sehr hart und somit überaus haltbar ist, zeigte sich Asphalt als deutlich ruhigere, aber auch kurzlebigere Variante.

Asphalt entsteht, indem Schotter und erhitztes Bitumen, das als Erdöl-Destillat sehr zäh ist, miteinander gemischt und anschließend gewalzt werden. Das Bitumen füllt dabei die Zwischenräume und bindet den Schotter im abgekühlten Zustand. Um Flüsterasphalt zu erzeugen, wird weniger Bitumen als Bindemittel genutzt. Gleichzeitig ist der Schotter grobkörniger, damit kleine Hohlräume bestehen bleiben. Diese nehmen den Schall, der durch die Fahrgeräusche entsteht, teilweise auf, sodass die zwischen Reifen und Fahrbahndecke befindliche Luft unverdichtet bleibt und der Lärmpegel um etwa zehn Dezibel reduziert werden kann. Diese Absorption der Rollgeräusche bedeutet für das menschliche Ohr eine Geräuschminimierung von bis zu 50 Prozent.

Abhängig von der Belastung, der der Asphalt standhalten muss, kann die Gesamtdicke variiert werden, um eine optimale Geräuschabsorption zu erzielen. Hierbei sind die zulässige Geschwindigkeit und das voraussichtliche Gewicht der Fahrzeuge entscheidend. Vor allem auf geraden Strecken, die in der Regel mit hohem Tempo befahren werden und nur wenig Stop-and-go bedingen, eignet sich Flüsterasphalt hervorragend.

Positiver Nebeneffekt: Wasserabsorption statt Aquaplaning

Ein weiterer Vorteil des offenporigen Asphalts, der abgekürzt auch „OPA“ genannt wird, zeigt sich, wenn es regnet. Denn die kleinen Poren in der Fahrbahndecke nehmen nicht nur Schall, sondern auch Feuchtigkeit bis zur wasserdichten Grundschicht auf. Entwässerungsschlitze sorgen zudem dafür, dass das Wasser im Anschluss am seitlichen Fahrbahnrand abfließt.

Erstmals wurde diese Technik in den 40ern auf Flugplätzen eingesetzt, um den Grip und somit die Sicherheit während des Start- und Landevorgangs zu erhöhen. Heute dient sie auch der Sicherheit im Straßenverkehr, denn sowohl die Gefahr, die durch aufwirbelndes Spritzwasser und Gischtfahnen besteht, als auch das Risiko für Aquaplaning wird durch Flüsterasphalt deutlich minimiert. Wasserabfuhr und Geräuschabsorption gehen somit beim OPA, der wegen des wasserleitenden Nebeneffekts auch als „Drain-Asphalt“ bezeichnet wird, Hand in Hand.

 

Wir sind Ihr Ansprechpartner für Straßenbau

Nachteile des Flüsterasphalts im Straßenbau

Flüsterasphalt birgt jedoch auch einige Nachteile: Da OPA weniger robust ist als beispielsweise Beton, hält er nicht so lange und muss vergleichsweise früh erneuert werden. Im Schnitt spricht man von einer acht- bis zehnjährigen Lebensdauer. Gewöhnlicher Asphalt hingegen hat eine etwa doppelt so lange Lebenserwartung. Grund für den hohen Wartungsaufwand von OPA ist seine Struktur, die zwar viele wesentliche Vorteile bietet, allerdings auch allzu schnell durch Umwelteinflüsse verstopfen kann – und somit nicht mehr wie geplant Wasser ableitet und Geräusche reduziert. Auch die Prävention von Glatteis gestaltet sich beim Flüsterasphalt schwierig, da Streusplitt und -salz einfach in den Poren der Deckschicht verschwinden und folglich an Wirkung verlieren.

Flüsterasphalt verursacht entsprechend das Dreifache an Baukosten, weshalb er bislang nur an vereinzelten, wenig laub- und anderweitig schmutzanfälligen Streckenabschnitten eingesetzt wird. Hierzu zählen unter anderem die:

  • A59 bei Duisburg
  • A3 bei Oberhausen
  • A8 bei Stuttgart
  • A9 bei Nürnberg

Von 13.000 Kilometern Asphaltstraßen in Deutschland sind derzeit nur 400 Kilometer mit Flüsterasphalt ausgestattet. Damit reihen wir uns europaweit hinter den Niederlanden, Frankreich und Italien ein. Eine flächendeckende OPA-Nutzung ist wegen der mangelnden Wirtschaftlichkeit auch in Zukunft eher unwahrscheinlich.

Neuartige Drainagen-Rinnenformsteine sollen jedoch den hohen Wartungskosten, die durch regelmäßig durchgeführte Spülgänge bei geschlossenen Rinnensystemen hervorgerufen werden, entgegenwirken. Zusätzlich zu den geringeren Bau- und Wartungskosten punktet diese Bauweise mit einem selbstreinigenden Spüleffekt, denn bei Starkregen werden die Entwässerungsschlitze ohne menschliches Zutun gesäubert. Alternativ ist zukünftig vermutlich auch lärmmodifizierter Splittmastixasphalt einsetzbar. Dieser muss seine Tauglichkeit jedoch erst noch in einer aktuell laufenden Testphase unter Beweis stellen.

Max Wiede GmbH als starker Partner im Tief- und Straßenbau

Wir von der Max Wiede GmbH stehen Ihnen mit unserer langjährigen Expertise bei Tief- und Straßenbauvorhaben aller Art beratend und tatkräftig zur Seite. Im Bereich des Asphaltbaus kümmern wir uns in Hamburg und Umgebung um eine schnelle und flexible Planung und Umsetzung von Straßen und Wegen. Auch Flüsterasphalt gehört dabei zu unserem Leistungsspektrum. Moderne Geräte, eine fundierte Projektierung und eine effiziente Arbeitsweise helfen uns, den Verkehrsfluss während der Bauarbeiten möglichst wenig zu stören. Vertrauen Sie auf einen starken Partner und bauen Sie gemeinsam mit uns die städtische Infrastruktur Stück für Stück aus!

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